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Verkauf Pferde Updates
15. Okt 2010 |
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WEG Voltigieren Dreimal Silber und einmal Bronze für deutsche Voltigierer Kentucky/USA (fn-press). Die deutschen Voltigierer haben bei den Weltreiterspielen im US-amerikanischen Kentucky dreimal Silber und eine Bronzemedaille gewonnen. Zunächst sammelten die Einzelvoltigierer dreimal Edelmetall. Am letzten WM-Tag kam noch Silber im Teamwettbewerb hinzu. „Unser Ziel war es, mit vielen Medaillen dekoriert, im Flieger zu sitzen. Das haben wir erreicht. Allerdings können wir die Farben noch optimieren“, sagte Bundestrainerin Ulla Ramge (Warendorf).Einzelvoltigieren Bei den deutschen Damen gab es einen doppelten Grund zum Feiern. Antje Hill (Neuss) mit Airbus (Longenführerin Irina Lenkeit) und Simone Wiegele (Grevenbroich) mit Arkansas (Jessica Schmitz) sicherten Silber und Bronze für das deutsche Team. Anschließend sorgte Doppelweltmeister Kai Vorberg (Köln) mit Sir Bernhard RS von der Wintermühle (Kirsten Graf) für die dritte deutsche Medaille. Der Kölner wiederholte seinen Erfolg der WM 2008 in Brno und wurde Zweiter. Neue Weltmeister sind die Britin Joanne Eccles mit WH Bentley (John Eccles) und der Schweizer Patric Looser mit Record RS von der Wintermühle (Alexandra Knauf). Die Weltreiterspiele in Kentucky waren für die deutschen Einzelvoltigierer eine Achterbahn der Gefühle. Fröhliche Gesichter gab es insbesondere bei den deutschen Damen. Die gesamtdeutsche Mannschaft stand den frischgebackenen Medaillengewinnerinnen Spalier und jubelte den WM-Debütantinnen mit der La Ola-Welle zu. Nicht ohne Grund: In der Abschlusskür verteidigten sie in einem spannenden Wettkampf ihre Podestplätze nach den ersten drei Teilprüfungen. „Es ist unfassbar, ich kann es gar nicht glauben“, jauchzte die neue Vizeweltmeisterin Antje Hill vor Freude. Ausdrucksstark und mit einer sicheren Kürausführung steuerte sie geradewegs Richtung Silber (8,413). Hill schaffte es, sich im Laufe der Woche von Prüfung zu Prüfung zu steigern und arbeitete sich von Platz acht nach der Pflicht bis auf Platz zwei vor. Deutlich mehr zittern musste ihre Trainingkollegin Simone Wiegele. Nach gelungenem Kürverlauf verfehlte sie beim Abgang, einem Flick Flack, mit den Händen den Pferderücken und hatte Probleme bei der Landung. Auf Bronzekurs liegend musste sie noch bis zur letzten Starterin, der US-Amerikanerin Mary McCormick mit Sir Anthony Van Dyck, um Edelmetall bangen. Trotz der besten Kür des Tages konnte die US-Amerikanerin die Deutsche nicht von Platz drei (8,281) verdrängen. Dabei hatte Wiegele es sogar kurzzeitig in der Hand, selbst Weltmeisterin zu werden. Nach der ersten Wertungsprüfung, bestehend aus Pflicht und Kür, führte sie die Damenkonkurrenz an und verwies mitunter die haushohe Titelfavoritin Joanne Eccles auf den zweiten Platz. Im Technikprogramm allerdings verlor die 24-jährige Deutsche wertvolle Punkte und musste die Europameisterin aus Schottland passieren lassen. „Das war natürlich enorm viel Druck und für Simone eine ganz neue Situation“, sagte Bundestrainerin Ulla Ramge. „Alles in allem haben die deutschen Damen aber gezeigt, dass Deutschland nach einer längeren Durststrecke wieder über Voltigiererinnen verfügt, die absolute Weltspitze sind.“ Das galt auch für die dritte Deutsche, Sarah Kay (Sörup) mit Weltoni RS von der Wintermühle (Alexandra Knauf). Die zweimalige Junioren-Europameisterin kam mit ihren erst 17 Jahren auf Rang elf (7,929). Eccles, die insbesondere in der ersten Kür Probleme hatte, präsentierte sich im Finale in gewohnter Stärke und voltigierte ungefährdet zum Titel (8,413). Die Mission „Drittes WM-Gold“ fand für den Kölner Kai Vorberg nicht das gewünschte Ende. Der Topfavorit auf den Titel beendete die Weltmeisterschaften auf dem zweiten Platz (8,463). „Man kann jede Medaille mit hocherhobenem Haupte tragen“, wusste Vorberg den zweiten Platz durchaus zu schätzen. „Ich hatte in meiner ersten Kür Boden verloren, bin aber stolz, wie ich mich im Technikprogramm und der heutigen Kür zurückmelden konnte.“ Die ersten drei Plätze trennten nach vier Teilprüfungen lediglich vier Hundertstel-Punkte, eine Winzigkeit im Voltigiersport. Am Ende war es Patric Looser, der sich überraschend ganz nach vorne schieben konnte (8,498). „Er hat sich von den drei Medaillengewinnern die wenigsten Fehler erlaubt und über vier Umläufe die konstanteste Leistung gezeigt“, sagte Ramge. Für Looser wie auch Vorberg war diese Rangierung ungewöhnlich und sehr emotional. Beide brachen in der Pressekonferenz in Tränen aus. Der Schweizer ist seit mehreren Jahren Schüler und Trainingskollege von Vorberg und hat auch für die WM das Ersatzpferd Vorbergs zur Verfügung gestellt bekommen. „Natürlich ist das wieder eine neue und ungewohnte Situation, der ich mich stellen muss. Patti und Record haben sich gesucht und gefunden, sie passen super zueinander und haben für die Schweiz Voltigiergeschichte geschrieben.“ Noch nie gab es in der Schweiz einen Einzelvoltigierer der WM-Gold gewinnen konnte. Bronze ging an Europameister Nicolas Andreani aus Frankreich mit Idefix de Braize. Der Europameister gewann zwar beide Küren, musste sich aber am Ende mit Platz drei begnügen (8,452). Höhen und Tiefen erlebten auch die beiden weiteren deutschen Herren Gero Meyer (Västerås) mit Grand Gaudino (Dr. Silke Bartl) und Daniel Kaiser (Delitzsch) mit Airbus (Irina Lenkeit). Beide Voltigierer sind mit Medaillenambitionen nach Kentucky gereist. Zunächst sah es auch so aus, als würde der dreimalige Vizeweltmeister Meyer Kurs auf den Titel nehmen, denn nach der Pflicht lag er deutlich in Führung. Es folgten zwei Teilprüfungen, in denen Meyer mit einer ungleichmäßigen Galoppade seines Pferdes zu kämpfen und dadurch Balanceprobleme in den Elementen hatte, so dass er mehrere Plätze verlor. Erst in der letzten Kür konnte er sich wieder mit einer sicheren Ausführung auf den vierten Platz in der Meisterschaftswertung vorarbeiten (8,255). Einen Fehlstart in die WM erwischte Daniel Kaiser. Nachdem sich sein Spitzenpferd Merkur bei einem Verkehrsunfall wenige Tage vor der WM verletzt hatte, musste er kurzfristig auf Airbus wechseln. Ein grober Fehler in der Pflichtübung Schere und Balanceprobleme im Stehen kosteten den EM-Dritten 2008 viele Punkte. Am Ende reichte es für den Medaillenkandidaten zu Platz sieben in der Pflicht. „Ich habe einfach nicht das abrufen können, was in mir steckt. In der Kür werde ich nochmal Gas geben“, zeigte sich der Sportredakteur nach der ersten Teilprüfung kämpferisch. Kaiser steigerte sich und arbeitete sich in der Gesamtwertung auf Platz fünf vor (8,157). Am Ende waren drei deutsche Herren unter den besten fünf Voltigierern zu finden. Voltigierteams Trotz Gewinns der Silbermedaille konnte die Voltigiergruppe des VV Ingelsberg ihre Enttäuschung nach dem Kürfinale am Sonntag nicht verbergen. Der Weltmeister 2008 ging mit dem Pferd Adlon (Longenführer Alexander Hartl) als führende Mannschaft in die letzte Teilprüfung und war auf dem besten Weg, den Titel zu verteidigen. Die Abstände zwischen dem Führungstrio Deutschland, Österreich und USA waren aber so gering, dass alle drei Teams mit einer starken Leistung im letzten Durchgang Weltmeister werden konnten. Zunächst mussten die Gastgeber vorlegen, die sich in der ersten Teilprüfung, der Pflicht, mit einem deutlichen Abstand an die Spitze setzen konnten, aber mit einem Sturz in der ersten Kür auf Platz drei in der Zwischenwertung abrutschten. Im Finale gaben sie sich aber keine Blöße. Angefeuert von 6.000 Zuschauern überzeugten die USA mit einer ausdrucksstarken Kür zu klassischer Musik und leisteten sich kaum Ausführungsschwächen. Der Lohn: 8,779 Punkte in der Kür. Damit übernahmen die USA mit 8,029 Punkten die Führung in der Meisterschaft. Unmittelbar nach dem Start der USA mussten die Deutschen in den Wettkampfzirkel. Zunächst lief alles nach Plan. Die Gruppe um Longenführer Alexander Hartl glänzte durch eine Vielzahl von Höchstschwierigkeiten, die sie nahezu fehlerfrei präsentierte und lag auf Goldkurs. Kurz vor Ende der Kür verlor Viktor Brüsewitz (Garbsen) während einer Übung das Gleichgewicht und musste das Pferd unvorhergesehen verlassen. Die Ausführungsschwäche bedeutete, dass Deutschland von den fünf Wertungsrichtern mit 8,635 Punkten in der Kür auf Platz zwei eingestuft wurde. Auch in der Addition aller Teilprüfungen kam das deutsche Team dann hauchdünn hinter den USA auf Platz zwei (8,010). „Wenn man so knapp an Gold vorbei schrammt ist das natürlich bitter. Das müssen wir ersteinmal verdauen und dann können wir uns auch über Silber freuen“, so Alexander Hartl. Für die USA war es der erste Weltmeistertitel im Gruppenvoltigieren. Auch die Österreicher konnten nicht mehr in den Kampf um den Titel eingreifen. Der Europameister 2009 musste sich mit Bronze (7,990) im Teamwettbewerb begnügen. Nach den vier deutschen Medaillen zog Bundestrainerin Ulla Ramge ein durchwachsenes Fazit: „Es ist toll, dass wir wieder fleißig Medaillen gesammelt haben. Wenn aber in allen Disziplinen Gold greifbar war und man dreimal den Titel hauchdünn verpasst, dann ist auch etwas Wehmut dabei.“ dp
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